Krefeld. (MK) Nein, ein hochklassiges Match lieferten sich die Krefeld Pinguine und die Iserlohn Roosters am Samstagabend im KönigPalast sicherlich nicht. Das war aber... Krefelds Trainer Rick Adduono: „Ich habe keine Antwort“ – Pinguine geben 4:2 Führung noch ab
Rick Adduono

Trainer Rick Adduono (Krefeld). Photo: GEPA pictures

Krefeld. (MK) Nein, ein hochklassiges Match lieferten sich die Krefeld Pinguine und die Iserlohn Roosters am Samstagabend im KönigPalast sicherlich nicht. Das war aber aufgrund der Vielzahl an Spielen in diesen Tagen auch nicht unbedingt zu erwarten. Und dennoch war der 5:4 Sieg der Roosters nach Verlängerung ein insgesamt unterhaltsames Spiel.

Das Entsetzen war den Krefelder Anhängern nach dem Spiel regelrecht ins Gesicht geschrieben. Chad Costello hatte nach 2:22 Minuten den Iserlohner Siegtreffer mit einem erfolgreich abgeschlossenen Konter erzielt, nachdem er von Johan Larsson mit einem langen Pass mustergültig auf die Reise geschickt wurde.

Knapp sechs Minuten vor dem Ende der regulären Partie hatten die Pinguine noch mit 4:2 geführt, nachdem sie bis zur 45. Minute immer einem Rückstand hinterherlaufen mussten.
Alex Trivellatos Doppelpack zum 2:2 Ausgleich und zur 3:2 Führung kippte das Spiel. Und Umicevic´ Tor zum 4:2 schien die Frage nach dem Sieger beantwortet zu haben. Dann aber fanden die Roosters urplötzlich doch noch ihre Laufbereitschaft wieder. In der Nachbetrachtung dürfte die sehr sehr lange Unterbrechung für den Videobeweis hierfür eine nicht unerhebliche Rolle gespielt haben. Schmidts Anschlusstreffer (55.), der von Floreks „Popo“ wohl noch zart abgefälscht wurde, brachte die Spannung zurück ins Spiel. Als Mathias Lange seinen Kasten schon zugunsten eines sechsten Feldspielers verlassen hatte, drängten die Roosters noch einmal mit Macht und der bis dahin völlig untergetauchte Jack Combs stand am rechte Pfosten goldrichtig, um in seiner typischen Manier zum 4:4 abzustauben.
In der anschließenden Overtime besiegelte Chad Costello dann den noch wenige Minuten zuvor für fast unmöglich gehaltenen Sieg.

Lange Gesichter nach dem Spiel bei den Anhängern der Pinguine und Freude pur bei den rund 600 mitgereisten Schlachtenbummlern der Roosters. Mit diesen zwei Punkten war nach dem 4:2 Rückstand nicht mehr zu rechnen. 6345 Zuschauer sorgten übrigens für eine schöne Kulisse im sehr gut gefüllten KönigPalast.

Trainer Rob Daum war nach dem Spiel mit der Moral seines Teams natürlich zufrieden. Sein Gegenüber Rick Adduono rang nach Worten. Er sah insgesamt ein gutes Spiel seiner Mannschaft, konnte seine Enttäuschung aber nicht verbergen. „Ich bin positiv mit unserer Mannschaft. Wir machen Fehler in den wichtigen Momenten, aber jeder Spieler will gewinnen. Ich habe keine Antwort. Die Mannschaft arbeitet gut. Aber wir müssen die letzten fünf Minuten im dritten Drittel und in der Overtime besser spielen“, so der Krefelder Headcoach.

Schon zu Beginn des Spiels war erkennbar, dass beiden Teams die Spritzigkeit ein wenig fehlte. Kein Wunder war es doch das sechste Spiel innerhalb der letzten dreizehn Tage. Bis zum 7. Januar wird die Terminhatz mit dieser Schlagzahl noch fortgesetzt. Danach folgen gut zwei Wochen im „normalen Rhythmus“. Ab dem 19 Januar stehen dann einmal mehr sieben Partien binnen zwei Wochen an, ehe es am 2. Februar in die fast vierwöchige Olympiapause geht.

Iserlohns Trainer Rob Daum hatte in Krefeld, wie gegen Mannheim, erneut auf Alexander Bonsaksen und Chad Bassen verzichtet. Der Norweger und der Deutsch-Kanadier saßen damit zum zweiten Mal in Folge auf der Tribüne. Mathias Lange stand nach sechs Partien ohne Einsatz erstmal wieder im Tor der Roosters. Insgesamt bot er eine gute Partie. An Trivellatos Doppelpack war er machtlos, da die Scheibe einmal beim 2:2 unhaltbar von Teamkollege Oscar Eklund abgefälscht wurde und beim 3:2 die Sicht arg verdeckt war.

Das sagen Rob Daum und Rick Adduono zum Spiel

Viel Zeit den Jahreswechsel zu feiern haben die Roosters nicht. Denn nach dem freien Silvestertag steht am Neujahrstag zunächst ein kurzes Training an. Nach dem Mittagessen wird der Tross dann schon wieder nach Nürnberg aufbrechen, wo am 2. Januar die nächste hohe Hürde beim aktuellen DEL Spitzenreiter wartet.
Trainer Rob Daum, von vielen auch gerne als „Professor“ bezeichnet, will auch hier nichts dem Zufall überlassen. Der derzeitige „Strohwitwer“ hat sich für die für sein Team freie Zeit mit reichlich Videomaterial eingedeckt, um den nächsten Gegner bis ins Detail zu analysieren.

Wer dann auf die Tribüne muss, wird sich einmal mehr kurzfristig entscheiden, aber auch von der Blessur Johan Larssons abhängen, der im letzten Drittel am Kopf getroffen wurde.
Erstes Bully ist am Dienstag in Nürnberg um 19:30 Uhr.

Die Pinguine haben ihr nächstes Match einen Tag später, also am kommenden Mittwoch, daheim gegen Schlusslicht Straubing. Mit einem Sieg in Krefeld könnten die Tigers mit den Pinguinen nach Punkten gleichziehen. Man darf gespannt sein, ob es dem Trainergespann Rick Adduono / Marian Bazany gelingt, die Pinguine bis dahin wieder aufzurichten.

sportstimme

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