Solingen. (PM BHC) Verbessert trat der Bergische HC beim SC DHfK Leipzig im Kontrast zu den beiden Auswärtsspielen zuvor auf. Zu einem Erfolgserlebnis in... BHC: Der Kampfgeist stimmt, das Ergebnis nicht

BHC Coach Sebastian Hinze – © Sportfoto-Sale (MK)

Solingen. (PM BHC) Verbessert trat der Bergische HC beim SC DHfK Leipzig im Kontrast zu den beiden Auswärtsspielen zuvor auf. Zu einem Erfolgserlebnis in der LIQUI MOLY HBL reichte es bei den Sachsen aber dennoch nicht.

Beim 32:35 (16:17) gelang es den Löwen nicht oft genug, die Gastgeber defensiv zu stoppen. Dennoch ließ sich das Team von Trainer Sebastian Hinze nicht abhängen, kämpfte sich in der zweiten Halbzeit personell geschwächt zurück in die Begegnung und hätte mit etwas Glück sogar Zählbares aus der Arena Leipzig entführen können. Der SC DHfK zeigte allerdings keine Nerven und entschied die Partie drei Minuten vor Schluss für sich.

Dass die Löwen es schwer haben würden, hatte bereits vor Spielbeginn festgestanden. Leos Petrovsky war mit einer Schambeinentzündung gar nicht erst mitgefahren, und auch Yannick Fraatz war erkrankt zu Hause geblieben. Doch dann musste kurzfristig auch noch Linus Arnesson passen. Der Schwede, der beim morgendlichen Anschwitzen noch dabei gewesen war, hatte Magenkrämpfe, so dass an einen Einsatz nicht zu denken war.

Trotzdem gehörte die Anfangsphase den Gästen. In der Deckung gewannen die Löwen immer wieder den Ball, was die Mannschaft auf der anderen Seite mit schnellen Toren bestrafte. Aus dem Positionsangriff traf Fabian Gutbrod in der ersten Halbzeit fast nach Belieben. Der Rückraum-Linke erzielte vor der Pause sieben Treffer. Zur Führung genügte das trotzdem nicht. Die Gastgeber erholten sich von einem 10:14-Rückstand, kamen ihrerseits zu Ballgewinnen und hatten ebenfalls eine enorme Angriffseffizienz. Ein paar vergebene Chancen der Löwen taten zu diesem Zeitpunkt bereits weh. So gingen die Leipziger zur Pause sogar noch mit 17:16 in Front.

Die Torhüter blieben auf beiden Seiten auch nach Wiederanpfiff Nebendarsteller. Sebastian Hinze wechselte drei Mal zwischen Christopher Rudeck und Tomas Mrkva hin und her. Auch SC-Coach Andre Haber brachte Joel Birlehm und Jens Vortmann. Während Letzter noch sechs Paraden verzeichnete und damit statistisch bester Schlussmann des Abends war, hatte Rudeck Pech. Er hatte den Ball von Maciej Gebala eigentlich schon gehalten, fand ihn dann aber nicht mehr – die Kugel ging unglücklich doch noch zum 20:18 ins Tor.

Der BHC erholte sich nicht nur davon, sondern auch von 20:25- und 21:26-Rückständen. Die Leipziger hatten Mühe gegen offensive Abwehrvarianten der Löwen, so dass Kristian Nippes, Lukas Stutzke, Arnor Gunnarsson und Sebastian Damm die Gäste auf 24:26 heranbrachten. Zehn Minuten vor Schluss verkürzten Damm, Max Darj, Nippes und nochmals Damm jeweils sogar auf ein Tor Rückstand. Die Chance zur Wende war da, aber defensiv gelang den Bergischen zu selten der entscheidende Zugriff – wobei die Leipziger auch etwas Glück hatten, sehr lange ausspielen zu dürfen.
Für die Entscheidung sorgte Philipp Weber, der zwei Mal mit Entschlossenheit zum 32:29Zwischenstand traf. Dazwischen gelang Vortmann noch eine Parade. In den Schlussminuten zeigten die Löwen noch mal ihre Qualitäten bei der schnellen Mitte, doch die Gastgeber ließen nichts mehr anbrennen.

Löwengebrüll – die Stimmen zum Spiel

Sebastian Hinze: ” Es war ein Spiel, das von beiden Angriffsreihen dominiert wurde. Wir sind sehr gut reingekommen, hatten dann auch ein paar Ballgewinne, so dass wir uns ein Stück weit absetzen konnten. Es war etwas schade, dass wir nicht mit einem Vorsprung in die Kabine gehen, sondern mit einem Tor minus. Wir kommen dann aus der Halbzeit mit einem Tor raus und haben immer noch ein ordentliches Angriffsspiel, aber scheitern dann drei, vier Mal am Torwart, so dass ein Leipziger Vorsprung zustande kommt. Wir versuchen sie dann ein bisschen zu stressen, über 5:1- und 4:2-Deckungsvarianten. Das haben wir geschafft und haben dann sogar die Chance, noch mal ganz nah dran zu kommen. Leider ist uns das nicht gelungen. In der Summe muss man sagen, dass wir defensiv nicht die Stabilität hatten, die uns normalerweise auszeichnet. Da werden wir dran arbeiten, die werden wir uns zurückholen, da bin ich mir sicher. Aber sonst war ich mit dem Auftritt zufrieden. Die Körpersprache war sehr gut, das Angriffsspiel auch, und wir haben immer dran geglaubt.“

Andre Haber: “Wir hatten einen scheußlichen Start in der Deckung. Der BHC hat in den ersten 13 Angriffen 12 Tore gemacht. Wenn wir da nicht zu Hause spielen, sind wir schon mausetot. Was danach passiert, freut mich sehr. Ich bin froh über den Sieg gegen eine starke Mannschaft und glücklich, dass wir unsere Deckung stabilisieren konnten. Unser Angriff war die ganze Zeit gut, auch wenn wir ein paar Mal ins Zeitspiel geraten sind. Wir waren heute breit aufgestellt. Eine sehr schöne Momentaufnahme. Nur ein paar Unachtsamkeiten ärgern mich, als wir den BHC zu leicht zu Toren haben kommen lassen.”

SC DHfK Leipzig – Bergischer HC 35:32 (17:16)

SC DHfK Leipzig: Vortmann, Birlehm – Semper (5), Wiesmach (8/6), Witzke (3), Krzikalla, Binder (1), Janke (5), Müller, Roscheck, Weber (5), Mamic (5), Remke, Gebala (3), Esche, Kristjansson. Trainer: Andre Haber

Bergischer HC: Rudeck, Mrkva – Boomhouwer (2/2), Damm (4/1), Gutbrod (9), Stutzke (1), Weck, Babak (1), Szücs (2), Darj (2), Baena (2), Dell, Nippes (4), Johansson, Gunnarsson (5). Trainer: Sebastian Hinze

Schiedsrichter: Nils Blümel und Jörg Loppaschewski Siebenmeter: 6/6 – 3/6 Zeitstrafen: 7 – 7 (Janke(2), Kristjansson, Mamic(2), Roscheck, Weber – Babak, Darj(2), Johannsson, Stutzke, Szücs(2))

Spielverlauf: 2:2 (5.), 5:6 (10.), 7:11 (15.), 10:13 (20.), 14:15 (25.), 17:16 (30.), 19:18 (35.), 24:19 (40.), 26:22 (45.), 27:26 (50.), 30:28 (55.), 35:32 (60.)

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