Solingen. (PM BHC) In souveräner und zum ganz großen Teil überzeugender Manier präsentierte sich der Bergische HC in seinem ersten Bundesligaspiel des neuen Jahres... BHC: Pflichtspiel-Auftakt nach Maß

Max Darj (BHC) – © Sportfoto-Sale (MK)

Solingen. (PM BHC) In souveräner und zum ganz großen Teil überzeugender Manier präsentierte sich der Bergische HC in seinem ersten Bundesligaspiel des neuen Jahres bei GWD Minden.

Die Ostwestfalen ließen sich zwar lange nicht abschütteln, doch den Löwen gelang es, in brenzligen Situationen immer wieder entscheidende Akzente zu setzen und gewannen schließlich klar mit 36:29 (16:13). Max Darj erhielt ein seltenes Sonderlob von Trainer Sebastian Hinze.

Der Schwede, der bei der Weltmeisterschaft überragend spielte und Silber mit ins Bergische Land brachte, knüpfte in der Lübbecker Merkur Arena nahtlos an seine herausragende Leistungen an. Er sorgte nicht nur von Anfang an für Stabilität im Deckungszentrum, sondern bestach auch offensiv mit Durchsetzungsvermögen und Treffsicherheit. Acht Mal traf der Kreisläufer und blieb dabei ohne Fehlwurf.

Bis der BHC im sogenannten Wettkampfmodus war, dauerte es allerdings ein paar Minuten. Nicht nur Linus Arnesson benötigte ein paar Angriffe, um zu seiner gewohnten Sicherheit zu finden. Je länger die Partie dauerte, desto mehr Überzeugung zeigten die Löwen. Lukas Stutzke zum Beispiel zog zum 3:2 und 4:2 jeweils beherzt aus dem Rückraum ab, und beim 6:3 ging er nach einem Fehlwurf dem Abpraller selbst nach und verwertete den Nachwurf. Dazu bekam die BHC-Deckung den Angriff der Gastgeber immer besser in den Griff.

Nachdem David Schmidt drei Treffer – inklusive einem nach tollem gewonnen Zweikampf – markiert hatte, schienen die Löwen die Weichen frühzeitig stellen zu können. Der 14:9-Vorsprung schmolz vor der Pause aber noch auf 16:13, da sich nun auch der BHC schwertat, im Positionsangriff einen guten Abschluss zu finden. Stutzke versenkte bei angezeigtem passiven Spiel, Max Darj traf im Tempospiel, das mit zunehmender Dauer immer besser wurde.

Nach der Pause schöpfte GWD noch zwei Mal Hoffnung – nach dem 16:17-Anschluss durch Joshua Thiele sowie einer durch Juri Knorr initiierten Aufholjagd zum 27:30. Beide Male wurde Christopher Rudeck zum Faktor. Der Torhüter parierte in der ersten Halbzeit solide, steigerte sich nach Wiederanpfiff aber noch mal merklich. Nachdem Max Darj am Kreis in Szene gesetzt worden war und zum 18:16 versenkt hatte, hielt Rudeck frei. Wenig später stellte David Schmidt wieder auf drei Tore Unterschied. Beim 27:30 hatte Justus Richtzenhain die Großchance, aus sechs Metern zu verkürzen. In der etwas hektischen Phase, in der die Löwen vorne ein paar Bälle zu viel aus der Hand gegeben hatten, hielt der Schlussmann wieder und sorgte damit für Beruhigung.
Den Mindern war der Zahn damit gezogen. Der nimmermüde Darj erhöhte auf 31:27, der Rest war Formsache. Vor allem, weil das Umschaltspiel aus der eigenen Deckung oder nach der schnellen Mitte hervorragend funktionierte. Csaba Szücs übernahm dabei eine prominente Rolle, dasselbe gilt freilich auch für Darj sowie Außenspieler Yannick Fraatz. Der Linkshänder schloss sieben Mal ab, auch er blieb ohne Fehlversuch.

Löwengebrüll – die Stimmen zum Spiel
Sebastian Hinze:
„Das war ein sehr gelungener Start ins neue Jahr. Ich bin hochzufrieden mit dem Auftritt. Am Anfang hatte ich etwas Sorge, weil wir so lange keinen Wettkampf hatten, aber in den ersten Minuten hatten da beide Teams dieselben Probleme. Dann hatten wir vor allem Rambo, der zunächst in der Nahdistanz gut treffen oder auflegen konnte, besser im Griff. Unser System wurde ab etwa der 15. Minute immer sicherer. Aber Wille und Überzeugung haben von Anfang gestimmt. Die zweite Halbzeit war sehr souverän. Mit Csaba Szücs haben wir dann noch Qualität in der 2. Welle und bei der schnellen Mitte hinzubekommen. Wir konnten dann immer antworten, obwohl der Angriff bei Minden ganz gut lief. Das war, denke ich, der Killer. Und Max Darj war unfassbar. Ich lobe selten einzelne Spieler, aber das war einfach unfassbar.“

Frank Carstens: „Es war ein verdienter Sieg, wir sind bedient. Ich mache den Jungs mental und kämpferisch keinen Vorwurf, der Einsatz war hoch. Der BHC war wesentlich abgeklärter und reifer in allen Belangen. Max Darj war stark, aber auch Tom Kare Nikolaisen hat sehr gut verteidigt. Wir hatten Schwierigkeiten, uns durchzusetzen – vor allem in der ersten Halbzeit. Und dann hatten wir fünf oder sechs Torwartparaden im gesamten Spiel. Das ist natürlich auch durchs Tempospiel begründet, aber insgesamt ist unser Matchplan nicht aufgegangen. Knackpunkt war auch, dass wir in einer Phase, in der uns der Angriff leichter von der Hand ging, nicht näher rangekommen sind, weil der BHC immer sofort geantwortet hat.“

Jörg Föste: „Das war ein klarer Auftaktsieg ins neues Jahr, dazu noch auswärts. Ich hatte heute keine Sorge. Wir sind nach zehn Minuten sehr gut in der Offensive ins Spiel gekommen. In der Defensive standen wir eh gut. Dazu kam in der zweiten Halbzeit, dass Christopher Rudeck seine Leistung deutlich gesteigert hat. Vor allem haben wir auch hervorragend gekontert – ob aus der guten Deckung heraus oder der schnellen Mitte. Da haben wir Minden in deren Rückzug vor unheimliche Probleme gestellt.“

GWD Minden – Bergischer HC 29:36 (13:16)
GWD Minden:
Lichtlein, Semisch – Ritterbach, Richtzenhain (4), Zeitz, Rambo (5), Korte (7/2), Thiele (2), Janke, Schluroff, Padshyvalau (1), Strakeljahn, Knorr (7), Phelivan (1), Staar, Gulliksen (2). Trainer: Frank Carstens
Bergischer HC: Rudeck, Mrkva – Boomhouwer (4), Damm, Gutbrod (1), Stutzke (4), Arnesson (4), Babak, Szücs, Darj (8), Nikolaisen, Bergner, Schmidt (6), Uscins, Gunnarsson (2/2), Fraatz (7). Trainer: Sebastian Hinze
Schiedsrichter: Steven Heine und Sascha Standke
Siebenmeter: 2/2 – 2/2
Zeitstrafen: 4 – 4 (Thiele (3), Pehlivan – Arnesson, Nikolaisen (2), Uscins)
Rote Karte: Thiele
Spielverlauf: 1:2 (5.), 4:6 (10.), 6:9 (15.), 9:12 (20.), 10:14 (25.), 13:16 (30.), 16:18 (35.), 19:21 (40.), 21:25 (45.), 27:30 (50.), 27:32 (55.), 29:36 (60.)

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