Solingen. (PM BHC) Kurzfristig musste sich der Bergische HC der Anordnung des Landes beugen, den Heimauftakt gegen den HC Erlangen ohne Zuschauer auszutragen. Doch... BHC Torwart Mrkva überragt beim Sieg im „Geisterspiel“

Tomas Mrkva (Torwart Bergischer HC) – © Sportfoto-Sale (MK)

Solingen. (PM BHC) Kurzfristig musste sich der Bergische HC der Anordnung des Landes beugen, den Heimauftakt gegen den HC Erlangen ohne Zuschauer auszutragen.

Doch Unterstützung von den Rängen hatten die Löwen trotzdem. 60 ehrenamtliche Helfer des Aufbauteams machten mit Trommeln so viel Lärm wie möglich, um den BHC von Anfang an in die richtige Wettkampfstimmung zu bekommen. Es funktionierte: Die Mannschaft erwischte einen guten Start und legte so den Grundstein für einen überzeugenden 29:25 (15:14)-Sieg, der auch aufgrund der herausragenden Vorstellung von Torhüter Tomas Mrkva in der zweiten Hälfte nie in Gefahr geriet.

Einen Vorteil erarbeiteten sich die Gastgeber in beiden Halbzeiten. Die Deckung mit Csaba Szücs und Max Darj im Zentrum funktionierte hervorragend. Szücs schaffte es sogar, einen von ihm geblockten Torabschluss direkt zu fangen und zum Gegenstoß einzuleiten. Als der 33-Jährige allerdings am Kopf getroffen wurde, brauchte er einige Minuten Pause, was unter anderem ein Grund dafür war, dass die Erlanger das Halbzeitergebnis aus ihrer Sicht freundlicher gestalten konnten.

Nach teilweise spektakulären Toren von Fabian Gutbrod und Linus Arnesson aus dem Rückraum sowie Jeffrey Boomhouwer per Gegenstoß führte der BHC bereits mit drei Toren Unterschied. Die Erlanger aber setzten konsequent auf Tempo, schlossen auch oft nach Gegentoren zügig selbst ab, während sich die Löwen-Deckung noch nicht geordnet hatte. Trotzdem genügte es für die Bergischen zur 15:14-Halbzeitführung, nachdem Gutbrod seinen vierten Treffer der Begegnung mit Wucht erzielt hatte.

Für klare Verhältnisse sorgten die Hausherren dann aber nach der Pause. Der BHC verteidigte bissig, setzte dabei auch immer wieder auf offensivere Halbverteidiger. Dadurch war der Weg für die Gäste zwar frei an den Kreis, doch als letzte Linie der Verteidigung stand noch Mrkva zwischen den Pfosten. Der Keeper blieb immer wieder Sieger bei freien Abschlüssen vom Kreis und verdiente sich damit sogar ein seltenes Sonderlob seines Trainers Sebastian Hinze. So gelang Erlangen zwar noch das 15:15, doch in der Folge biss sich das Team an den Löwen die Zähne aus.

Bis auf 26:19 zog der BHC davon. Tomas Babak erkämpfte durch seine Eins-gegen-Eins-Stärke gleich zwei Siebenmeter, die Arnor Gunnarsson auf dem Weg zur komfortablen Führung verwandelte. Max Darj sprang nach einem Abpraller in den Kreis und traf mit den Fäusten zum 19:15. Und dann war da noch David Schmidt, der zwar in der ersten Halbzeit kaum ins Spiel gefunden hatte, nach Wiederanpfiff aber seine Abschluss-Qualitäten noch vier Mal unter Beweis stellte.

Sieben Minuten vor dem Ende war die Begegnung entschieden. Erst dann kamen die Erlanger wieder ein wenig in Schwung. Es war aber zu spät. Linus Arnesson, Schmidt und Babak stellten auf 29:25, ohne dass die Löwen noch einmal um den zweiten Sieg im zweiten Spiel der Saison bangen mussten. In der Bundesliga behält der Bergische HC damit eine perfekte Heimbilanz gegen die Mittelfranken. Fünf Mal kamen die Erlanger ins Bergische Land, fünf Mal hatten sie das Nachsehen – wenn auch diesmal gezwungenermaßen ohne die ganz große Kulisse.

Löwengebrüll – die Stimmen zum Spiel
Michael Haaß:
„Glückwunsch an den BHC. Wir haben es nicht geschafft, die Freien vom Kreis reinzuschießen. Wir haben am Schluss noch etwas umgestellt und sind ins Risiko gegangen. Wenn es noch länger gegangen wäre, hätte es vielleicht noch was werden können. Der BHC hat sich ein Selbstbewusstsein erarbeitet, sich solche Vorsprünge nicht mehr nehmen zu lassen.“

Sebastian Hinze: „Es war eine andere Atmosphäre, als wir gehofft hatten und gewohnt sind, aber es wurde alles getan, um das Spiel unter den Bedingungen bestmöglich umzusetzen. Es hat sich bei allen Aktiven wie ein hochintensives Bundesligaspiel angefühlt. Beide Mannschaften haben einen breiten Kader, da werden beide in dieser Saison von profitieren. Wir hatten zum ersten Mal in meiner Trainerkarriere Metzner gut im Griff. Dazu kommt eine überragende Individualleistung von Tomas Mrkva. Gegen die 6:0-Abwehr haben wir sehr gut gespielt, gegen die offensivere Deckung haben wir kluge, lange Angriffe gespielt. Das sah vielleicht nicht schön aus, war aber klug.“

Jörg Föste: „Die Ehrenamtlichen haben einen super Job gemacht. Wir hatten das Gefühl, eine Riesen-Unterstützung zu haben – selbst mit 60 Supportern. Hallensprecher Jens Scheffler hat es ebenso klasse gemacht, die Musik hat das Übrige getan. Die Abläufe für die Mannschaft haben wir bewusst nicht geändert, damit Heimspielatmosphäre herrscht. Das ist uns in Anbetracht der Gesamtlage gut gelungen. Es ist ein enorm wichtiger Heimsieg für uns mit einer insgesamt sehr starken Leistung, insbesondere im Deckungsbereich. Wenn dann noch eine erstklassige Torwartleistung dazu kommt, kann man auch schon mal gegen eine Mannschaft wie den HC Erlangen recht früh komfortabel in Führung liegen. Über weite Strecken hat man aber auch gesehen, dass Erlangen ein sehr gutes Team besitzt.“

Bergischer HC – HC Erlangen 29:25 (15:14)
Bergischer HC: Mrkva, Rudeck – Boomhouwer (3), Damm, Gutbrod (5), Stutzke, Arnesson (5), Basbak (1), Szücs, Schmidt (4), Majdzinski (2), Johannsson, Darj (2), Nikolaisen (2), Gunnarsson (5/2), Fraatz. Trainer: Sebastian Hinze

HC Erlangen: Ferlin, Ziemer – Metzner (5), Firnhaber (4), Bissel (4), Olsson (3), Overby (2), Schäffer (2), von Gruchalla (2/2), Fäth (1), Ivic (1), Link (1), Jaeger, Kellner, Büdel, Jeppsson. Trainer: Michael Haaß
Schiedsrichter: Thomas Kern und Thorsten Kuschel
Siebenmeter: 2/2 – 2/4
Zeitstrafen: 4 – 5 Nikolaisen, Majdzinski, Szücs, Damm – Bissel, Olsson, Overby (2), Ivic

Spielverlauf: 2:1 (5.), 5:4 (10.), 8:7 (15.), 10:9 (20.), 11:11 (25.), 15:14 (30.), 16:15 (35.), 19:16 (40.), 21:17 (45.), 23:19 (50.), 26:21 (55.), 29:25 (60.)

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