Hagen. (PM Phoenix) Dieses Westfalen-Derby hatte mal wieder alles, was das Basketball-Herz begehrt, doch am Ende konnte es nur einen Sieger geben – und... Lodders führt die Feuervögel zum Overtime-Sieg in Paderborn

Hagens Maschine: Jannik Lodders – © Sportfoto-Sale (MK)

Hagen. (PM Phoenix) Dieses Westfalen-Derby hatte mal wieder alles, was das Basketball-Herz begehrt, doch am Ende konnte es nur einen Sieger geben – und der kommt aus Hagen!

Nach packenden 45 Minuten entschieden die Feuervögel das Duell mit den Uni Baskets Paderborn mit 90:88 für sich und konnten damit den Auswärtsfluch dieser Saison erstmals brechen: Es war für die Volmestädter der erste Sieg in fremder Halle.

In einem durchweg spannenden Spiel ohne große Läufe, dafür aber einigen Unkonzentriertheiten auf beiden Seiten, entschied am Ende aber nicht nur das nötige Quäntchen Glück, sondern auch der unbedingte Wille. Und der war vor allem einem Hagener anzumerken: Jannik Lodders. Der 28-jährige Small Forward erzielte in Paderborn 26 Punkte und war damit nicht nur Topscorer seines Teams, sondern konnte sich auch über einen neuen Karriere-Bestwert freuen. Auch der Effizienzwert von 37 spiegelt den starken Abend von Jannik Lodders wider, für den sechs Rebounds und vier Assists im Boxscore aufgeführt waren.

Doch auch auf Paderborner Seite lief ein Akteur heiß: Drew Cushingberry (Effektivität an diesem Abend: 42) hätte den Feuervögeln fast den Abend verdorben, war mit 31 Punkten Topscorer der Partie und immer wieder Aktivposten der Gastgeber. Sein And-One zum 72:65 in der 34. Minute hätte durchaus den „Dagger“ bedeuten können – wenn die Hagener nicht erneut mit einem guten Play aus der folgenden Auszeit gepunktet hätten.

Jermaine Bishop war es, der in dieser Phase des Spiels aufdrehte und immer wieder glänzte. Mit 23 Zählern und 5 Assists hatte Bishop maßgeblichen Anteil an der Aufholjagd der Gäste, die aber 10 Sekunden vor Schluss noch mit 79:78 führten. Was folgte, war Drama pur! Jermaine Bishop wollte es wissen, drehte noch weiter auf und zauberte einen verwegenen Layup zum 79:80 in den Korb – mit Foul! Den anschließenden Freiwurf traf er zwar zum 79:81, aber Tom Alte gelang 1,1 Sekunden vor Schluss doch noch der Ausgleich. Die Auszeit Hagens führte zum Einwurf in gegnerischer Hälfte, der Ball kam zu Kyron Cartwright – doch sein erfolgreicher (!) Zweier verließ einige Zehntelsekunden zu spät seine Hand: Verlängerung!

Jetzt hätte den Feuervögel durchaus ihre schwache Freiwurfquote (17 von 30) zum Verhängnis werden können. Sowohl Baumann als auch Keßen blieben im Schlussabschnitt an der Freiwurflinie erfolglos – doch was vorne nicht gelang, machte Phoenix hinten mit einer starken Defense wett. Und dann war da eben auch noch Jannik Lodders! Der Forward erzielte in der Overtime fünf der neun Phoenix-Punkte und verwandelte 16 Sekunden vor Schluss einen ganz wichtigen Wurf zum 89:86, nachdem er seinen eigenen Rebound geholt. Der bis dahin von der Dreierlinie bärenstarke Daniel Mixich verwarf anschließend für Paderborn – und Joel Aminu sorgte per Freiwurf zum 90:86 für die Entscheidung. Christopher Trapps Layup in der Schlusssekunde war für die Baskets nur noch Punktekosmetik.

Mit dem neunten Saisonsieg bestätigten die Hagener ihre gute Form, die mindestens bis zum kommenden Mittwoch, 31. März, 19.30 Uhr, konserviert werden soll – wenn es gegen die Eisbären Bremerhaven geht. Und dann hoffen die Hagener auch wieder auf den Einsatz von Paul Giese, der nach einer Verletzung an der Hüfte, die er sich im Training zugezogen hatte, heute nicht spielen konnte. Ebenfalls weiter an einer Verletzung laboriert Kyron Cartwright: Der Point Guard hatte in Rostock einen Schlag auf den Daumen erhalten und wurde auch in Paderborn an der schmerzenden Stelle getroffen. „Er beißt die Zähne zusammen, aber wir müssen die nächsten Tage abwarten“, sagt Phoenix-Headcoach Chris Harris. Er hob nach dem Overtime-Krimi vor allem zwei Spieler hervor: „Jannik hat heute ein bombastisches Spiel abgeliefert. Ohne ihn hätten wir nicht gewonnen, so viel steht fest. Aber auch Jermaine war heute bereit, Verantwortung zu übernehmen – nicht nur vorne, sondern auch in der Defensive, wo er es mit Cushingberry unbedingt aufnehmen wollte und ihm das Leben zum Schluss doch noch schwer gemacht hat“, lobt der Headcoach, der nach dem Spiel aber auch einige Knackpunkte ansprach, die noch abzustellen sind. „Das Rebounding hat anfangs nicht gestimmt, da waren wir in der zweiten Halbzeit viel präsenter. Die Mannschaft war zu Beginn selbst mit ihrer Leistung nicht zufrieden und hat dann aber genau die richtige Reaktion gezeigt.“

Scoring Phoenix Hagen: Bishop (23), Cartwright (2), Keßen (10), Lodders (26), Aminu (9), Ward (8), Baumann (9), Zdravevski (3), Iloanya n.e., Loch n.e.

sportstimme

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