Iserlohn. (MK) Das mit Spannung erwartete Westderby zwischen den Iserlohn Roosters und der Düsseldorfer EG ging mit 1:5 klar an die DEG. Aus Sicht... 1:5! Roosters gegen die DEG immer einen Schritt zu langsam

DEL: Iserlohn Rooster vs. Düsseldorfer EG
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Iserlohn. (MK) Das mit Spannung erwartete Westderby zwischen den Iserlohn Roosters und der Düsseldorfer EG ging mit 1:5 klar an die DEG.

Aus Sicht der Sauerländer wurde mit Alexej Dmitriev ausgerechnet ein Ex-Iserlohner zum Spielverderber. Schon nach knapp vier Minuten war der Mann mit der Nummer #42 zum 0:1 zur Stelle. Und nur 195 Sekunden später erhöhte erneut Alexej Dmitriev zum 0:2. Bei beiden Gegentreffern waren die Roosters einfach nicht konzentriert genug, ließen den DEG Stürmer sträflich frei stehen bzw. kontrollierten im Slot dessen Schläger nicht. Damit aber noch nicht genug: In der 16. Minute erhöhte DEG Youngster Lukas Laub ebenfalls völlig ungedeckt zum 0:3 Pausenstand nach dem ersten Drittel.

Kurz nach Wiederbeginn dann der nächste Tiefschlag für die Roosters. Nach einem Zusammenprall mit Chris Brown blieb Torwart Sebastian Dahm auf dem Eis liegen. Mit einer Knieblessur war für ihn das Spiel beendet, Mathias Lange rückte zwischen die Pfosten. Gegen das dritte Tor von Alexej Dmitriev an diesem Nachmittag war dann aber auch er machtlos. Nach exakt 24:25 Minuten war die Partie damit praktisch schon entschieden. Gerade im ersten Drittel agierten die Roosters fahrig und alles andere als hellwach. Und wenn es für die DEG mal eng wurde, dann war auf Goalie Mathias Niederberger Verlass.

Machtlos war der DEG Keeper allerdings nach 37 Sekunden im letzten Drittel gegen Johan Larssons „Strahl“ von der blauen Linie zum 1:4. Zwei Überzahlsituationen konnten die Roosters im weiteren Verlauf nicht nutzen und so setzte Spencer Machacek 94 Sekunden vor dem Ende den Schlusspunkt zum 1:5 Endstand.

Die Roosters bleiben damit Schlusslicht in der DEL. Düsseldorf hat nun 12 Zähler auf dem Konto.

Neben dem verletzt ausgeschiedenen Sebastian Dahm stehen für das Match am Dienstag in Ingolstadt und möglicherweise auch darüber hinaus weitere Spieler auf der Iserlohner Verletztenliste.
Chad Costello, Christopher Fischer und Marcel Kahle hat es aktuell erwischt. Genauere Untersuchungen müssen aber erst noch durchgeführt werden, um sagen zu können, wie schwer die Blessuren sind. Marcel Kahles Verletzung ist ganz bitter. Den Stürmer hat es nun schon zum dritten Mal an der operierten Schulter erwischt.

Iserlohns Manager Karsten Mende in der zweiten Pause: „Wir spielen einfach schlecht“

Manager Karsten Mende fand schon in der zweiten Drittelpause bei Telekom Sport deutliche Worte:
„Es gibt nicht viel zu diskutieren. Wir spielen einfach schlecht. Unerklärlich, wie wir uns nach so einer tollen Leistung am Freitag heute hier präsentieren. Wir sind zu weit weg von den Gegenspielern und zu den Gegentoren laden wir ein. Das ist natürlich nicht akzeptabel.“

Die Trainerstimmen zum Spiel

Jari Pasanen kannte den Sieg der DEG als völlig verdient an. Nach der Pressekonferenz nahm er sich noch die Zeit, um einige hinterfragte Dinge genauer zu erläutern.

… über den Torhüterwechsel vor dem Spiel gegen die DEG
Mathias Lange sollte nach seinem starken Spiel am Freitag eine Ruhepause bekommen, weil man erst am Samstag um 6 Uhr morgens aus Augsburg zurückgekehrt war. Die daraus resultierende kurze Schlafphase und das fehlende Training am Samstag sprachen eindeutig für einen Einsatz des ausgeruhten Sebastian Dahm. Zudem traf am Samstag die Familie von Mathias Lange samt Nachwuchs in Iserlohn ein.

… über das Powerplay der Roosters
„Unser Überzahlspiel sieht eigentlich ganz gut aus. Wir kontrollieren die Scheibe, sind aber nicht gefährlich genug. In der Jaspers-Reihe sind mit Jason Jaspers selbst, Johan Larsson und Blaine Down drei Leute, die sehr gut schießen können. Ähnlich ist es auch bei Jack Combs. So wie wir das Spiel in Überzahl kontrollieren und die Scheibe laufen lassen bin ich zufrieden. Aber wir schießen noch etwas zu wenig und erzielen sicherlich auch zu wenig Tore.“


… über die fehlende Spritzigkeit im ersten Drittel

„Wir sind erst am Samstag um 6 Uhr morgens wieder in Iserlohn eingetroffen. Die halbe Mannschaft hat im Bus nicht geschlafen. Deshalb haben wir uns entschieden am Samstag auch nicht regenerativ auf dem Eis zu trainieren. Jetzt, im Nachhinein, hätten wir es vielleicht doch machen müssen. Düsseldorf hatte am Freitag ein Heimspiel, heute die kurze Anreise und war einfach spritziger“, so Jari Pasanen.


… über die Analyse des Augsburg-Spiels am Freitag und eine taktische Umstellung

„Wir haben seit drei Spielen unser Forechecking umgestellt. Es gibt gewisse Signale im Spiel, wann Du forechecken musst. Wenn die Situation aber nicht da ist, sollte man es nicht machen. Ab und zu sind wir trotzdem spät hingegangen, weil es ein für uns neues System ist. Dann haben wir selbst die Fläche für Augsburg geöffnet und dadurch zu viele drei gegen zwei Attacken bekommen, weil wir zu viel gelaufen sind.“
Für Jari Pasanen war das Match in der Fuggerstadt das bis Dato beste Spiel. Und auch die Umstellung auf das veränderte Forechecking habe, bis auf eben jene zwei bis drei Situationen, schon sehr gut geklappt. Das sei aber nicht ungewöhnlich und nicht als Abweichen der Mannschaft von der vorgegebene Marschroute zu sehen.

Nächster Halt Ingolstadt

Schon am Montagmittag wird der Tross der Roosters nach einem kurzen Regenerationstraining erneut in Richtung Bayern aufbrechen. Das Spiel in Ingolstadt beginnt am Dienstag, dem Tag der deutschen Einheit, ebenfalls schon um 14 Uhr. Die Vorbereitungszeit auf das Spiel ist für die Iserlohner also wieder einmal extrem kurz, während die Panther heute ein Heimspiel haben und somit keinerlei Reisestrapazen bewältigen müssen. Sinn und Unsinn der Ansetzungen seien an dieser Stelle sicherlich auch einmal zu überdenken, wenngleich das niemand in der Liga als Ausrede für verlorene Spiele anführen möchte. Wer von den angeschlagenen Spielern alles die Reise in die Audistadt antreten kann, wird sich erst kurzfristig entscheiden.
Trotz allem werden die Roosters versuchen das Beste daraus zu machen und hoffen auf eine erneut gute Auswärtsleistung, wie am letzten Freitag in Augsburg.

Fotostrecke zum Spiel

Iserlohn Roosters - Düsseldorfer EG
Unsere Fotostrecke zur DEL Partie der Iserlohn Roosters gegen die Düsseldorfer EG.
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