Münster. (ts) Leo Padberg beendet seine erfolgreiche Karriere bei den WWU Baskets, bleibt aber dem UBC Münster erhalten. Der Small Forward kam 2016 zu... Danke Leo! Abschied mit einem weinenden und einem lachenden Auge

Leo Padberg – © by Markus Holtrichter

Münster. (ts) Leo Padberg beendet seine erfolgreiche Karriere bei den WWU Baskets, bleibt aber dem UBC Münster erhalten.

Der Small Forward kam 2016 zu den Uni-Städtern, stieg mit ihnen 2018 in die BARMER Basketball Bundesliga ProB auf, erreichte 2019 die deutsche ProB-Vizemeisterschaft und wurde 2017 sowie 2018 WBV-Pokalsieger. Mit der Universität Münster wurde er 2016 und 2017 Deutscher Hochschulmeister.

„Ich habe mir natürlich Gedanken gemacht, ob es für mich im semi-professionellen Basketball mit dem ganzen Aufwand weiter geht. Bislang ist es mir ganz gut gelungen, das mit meinem Beruf einigermaßen zu kombinieren. Da der Aufwand in der kommenden Saison größer wird, habe ich mich entschieden, dass es jetzt Zeit ist, kürzer zu treten. Die Entscheidung war schnell relativ klar, da musste ich nicht lange überlegen“, so der 29-Jährige gegenüber WWUBASKETS.MS. Der angehende Lehrer, der sein zweites Staatsexamen und das zweite Jahr seines Referendariats in der Friedensschule Münster vor Augen hat, weiter: „Ich werde in der Reserve des UBC unter Christoph weiterspielen. Das war in Münster für mich bei den WWU Baskets etwas Besonderes.“

„Wenn man die Jahre auf Anhieb nicht mehr zählen kann, weiß man das ist eine lange Zeit war! Leo war immer einer meiner Lieblingsspieler da er charakterlich das Beste vom Besten darstellt! Spielerisch hatte er in meinen Augen keine Schwächen. Ich bin ihm für alles was er in den letzten Jahren für uns geleistet hat unendlich dankbar und er wird einer der großen Namen sein, der für den Aufstieg des Münsteraner Basketball steht! Leo jetzt weiter in Münster als Referendar und angehenden Lehrer zu wissen, gib mir ein sehr gutes Gefühl“, so Helge Stuckenholz, Manager der WWU Baskets.

Headcoch Philipp Kappenstein betont: „Leo hat mit uns zwei Pokalsiege, eine Regionalliga-Meisterschaft und eine ProB-Nord-Meisterschaft errungen. Er ist ein Charakter, der mit Jan, Andrej oder Alex, das Team in den letzten Jahren komplett geprägt hat. Leo hat uns eine Menge Basketballerfahrung und auch Cleverness gebracht. Er war ein sehr, sehr wichtiger Spieler für uns in den vergangenen Jahren.

Wir gehen im Guten auseinander. Es ist super, dass er in unserer zweiten Mannschaft unter Christoph weiterspielt und wir eine tolle zweite Mannschaft in der kommenden Saison haben werden. Sehr gut, dass wir uns darauf verlassen können, wenn wir auf den großen Positionen Not am Mann haben sollten, dass wir dann miteinander sprechen und jederzeit einen Topspieler in der Hinterhand haben.

Leo ist als Persönlichkeit unglaublich, ein sehr vielseitiger Basketballer. Als er sich im ersten Zweitligajahr noch mehr oder weniger voll auf Basketball konzentriert hat, hat er einige wirklich fantastische Spiele für uns abgeliefert, die für uns gewonnen, genauso noch in der Uni-Halle in der 1. Regionalliga.

Mit Leo verlieren wir einen ganz tollen Spieler, einen tollen Charakter, der den Aufstieg der WWU Baskets ganz elementar mitgeprägt hat. Ich wünsche Leo für seine persönliche und berufliche Zukunft alles Gute.“

Leo Padberg wechselte 2016 von EN Baskets Schwelm aus der 2. Basketball Bundesliga ProB zum damaligen Erstregionalligisten WWU Baskets. Zuvor spielte er in der ProA eine Saison für die Uni Baskets Paderborn. Der gebürtige Paderborner absolvierte 111 Pflichtspiele für die WWU Baskets, stand davon in 51 ProB-Spielen auf dem Court, spielte 44 Partien in der 1. Regionalliga und 16 WBV-Pokalspiele für die Uni-Städter.

„Das war für mich bei den WWU Baskets etwas Besonderes“

(ts) Beim Blick zurück gerät Leo Padberg auch kurz in Wehmut. Noch einmal die Playoffs vor 3.000 Fans zum Abschied (zur Extrameldung), das wäre es gewesen. Der 29-Jährige hat viel erlebt in seiner Laufbahn. Wenn Leo Padberg an die vergangenen vier Jahre mit den WWU Baskets zurückdenkt, dann schwärmt er von außergewöhnlichen Momenten und besonderen Beziehungen.
2016 vom ProB-Ligisten EN Baskets Schwelm nach Münster gewechselt, wurde Leo Padberg einer der prägenden Figuren des Aufschwungs der WWU Baskets. „Das war damals erst mal ein Schritt zurück in die 1. Regionalliga. Der Grund, warum ich hierher gekommen bin, mit Münster aufzusteigen und den Basketball in der Stadt voranzutreiben, wurde mehr als erfüllt“ blickt Leo Padberg auch mit ein klein wenig Stolz auf „alles in allem super vier Jahre“.

Nur drohte das „Endspiel um den Aufstieg“ 2018 beim Mitkonkurrenten Elephants Grevenbroich alle Pläne zu durchkreuzen. Und deshalb hat Leo Padberg an das entscheidende Spiel der 1. Regionalliga „besondere Erinnerungen, wo im Basketball in Münster noch nicht so ein Hype war wie heute in der ProB. Dort sind trotzdem schon gefühlt 300 Münster-Fans mitgefahren. Das war schon eine besondere Atmosphäre und ein Druck, wofür man am Ende auch spielt.“

Der sportliche Ausgang ist bekannt. Die WWU Baskets stiegen auf. „Die Playoff-Spiele in der Folgesaison, insbesondere das entscheidende Spiel 3 um den Einzug ins Finale gegen Schwenningen mit 3.000 enthusiastischen Zuschauern, das sind Spiele, die schon ganz besonders waren“, so Leo Padberg. Der angehende Lehrer „fand es sehr cool, an dieser Entwicklung einen wichtigen Anteil zu haben, den Basketball mit den anderen wie Jan, Andrej und weiteren in Münster nach vorne zu bringen.“

Unvergessen bleiben Leo Padberg gerade deshalb auch die vielen zwischenmenschlichen Beziehungen: „Das war in Münster für mich bei den WWU Baskets etwas Besonderes. Vor dem Hintergrund, dass ich im Basketball bei meinem Clubs von Abstieg bis Aufstieg viel erlebt habe, kann ich das in der Form ganz gut einschätzen. Gerade diese Teamchemie hier mit Spielern, aber auch Trainern und natürlich auch Verantwortlichen und anderen Leuten in jeglichen Funktionen außerhalb des Teams: Das war schon immer eine ganz besondere Beziehung.“

Dann richtet er den Blick in die Zukunft: „Grundsätzlich ist es so, dass ich unabhängig vom Basketball mit meiner Freundin gerne auch in Münster bleiben wollte. So lange ich beruflich hier bleiben werde, möchte ich auch weiterhin in Münster spielen.“ Seiner Basketball-Leidenschaft wird er nun unter Christoph „Schnix“ Schneider in der UBC-Reserve frönen, nur kürzer treten: „Zweimal die Woche Mannschaftstraining, ein gutes Spiel am Wochenende zu haben, dann reicht das auch.“

Prompt fällt Leo Padberg zu seinem alten Weggefährten und zukünftigen Trainer ein weiterer Höhepunkt ein. Christoph Schneider betreute über viele Jahre das Münsteraner Hochschulteam, das mit zahlreichen Akteuren der WWU Baskets gespickt war. 2018 repräsentierte es Deutschland als amtierender Deutscher Hochschulmeister bei der Studenten-Europameisterschaft. „Die EUSA Games in Portugal hatten ein hohes basketballerisches Niveau, mit Erstligaspielern aus der Türkei. Wir hatten eine tolle Zeit in Portugal.“

Verabschieden wollte sich Leo Padberg in einem würdigen Rahmen, auf der großen Bühne in der Halle Berg Fidel. „Ich habe auch in der letzten Saison noch einen Beitrag geleistet, war am Ende richtig fit und hätte noch mal richtig Lust auf die Playoffs gehabt. Schade, dass vorher abgebrochen wurde, aber die Gesundheit geht natürlich vor.“

Alles in allem, so scheint es, hat es Leo Padberg einen guten, wenn nicht den perfekten Zeitpunkt für den Abschied bei den WWU Baskets gefunden, denn er zieht glücklich Bilanz: „Mit meiner Zeit in Paderborn, da meine ich die Jugendzeit U19, war das bei den WWU Baskets schon die beste Basketballzeit, die ich je hatte.“

sportstimme

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