Solingen. (PM BHC) Mit seinem Treffer zum 25:24 in letzter Sekunde wurde Alexander Weck zum vielumjubelten Matchwinner beim Heimsieg des Bergischen HC gegen den... Eigengewächs verlängert vorzeitig beim BHC – Last-Minute-Sieg gegen Erlangen

Jeffrey Boomhouwer (BHC) – © Sportfoto-Sale (MK)

Solingen. (PM BHC) Mit seinem Treffer zum 25:24 in letzter Sekunde wurde Alexander Weck zum vielumjubelten Matchwinner beim Heimsieg des Bergischen HC gegen den HC Erlangen in der LIQUI MOLY HBL. Der Rückraumlinke wird auch in den kommenden Jahren für die Bergischen auf Torejagd gehen, denn der Club hat den Vertrag mit dem Eigengewächs vorzeitig bis zum Sommer 2023 verlängert.

Um die sportliche Entwicklung des Youngsters mit noch mehr Einsatzzeit auf Bundesliganiveau vorantreiben zu können, geht mit der Vertragsverlängerung die Vereinbarung eines Zweitspielrechts bis zum 30. Juni 2020 beim VfL Gummersbach einher.

Das Erstzugriffsrecht auf Alexander Weck liegt weiterhin beim Bergischen HC. Die Absprache der Einsatzzeiten erfolgt in enger Abstimmung zwischen BHC-Cheftrainer Sebastian Hinze und seinem Kollegen Torge Greve vom Zweitligisten aus dem Oberbergischen.

Weck wirft Löwen ins Glück

Die Vorzeichen hatten nicht gut gestanden für den Bergischen HC. Fabian Gutbrod ging angeschlagen in die Partie, dazu mussten die Löwen im Vergleich zum Auswärtsspiel in Ludwigshafen auf Arnor Gunnarsson (Muskelbündelriss) und kurzfristig sogar Tomas Mrkva (Patellaspitzensyndrom) sowie Csaba Szücs (Knochenverletzung) verzichten. Doch davon und zahlreichen Rückschlägen während der Partie ließen sich die Hausherren in der Solinger Klingenhalle nicht stoppen und rangen den HC Erlangen mit 25:24 (11:13) nieder. Dass ausgerechnet der 19-jährige Alexander Weck den Siegtreffer erzielte, erhob die verrückte Partie zu einem kleinen Handballwunder.

Ein sehr guter Einstand in die Partie gelang Christopher Rudeck. Der BHC-Torhüter parierte gleich die ersten drei Erlanger Abschlüsse. Doch nach kurzer Eingewöhnung kamen die Gäste mit der angesichts der Personalsituation kurzfristig einstudierten 5:1-Deckung der Löwen besser zurecht und erarbeiteten sich einen Vorteil. Der BHC hingegen hatte im Angriff vor allem Probleme, weil er auch klare Chancen nicht verwertete.

Beim 4:7-Rückstand stellte BHC-Coach Sebastian Hinze auf eine 6:0-Abwehr um. Es dauerte einen Moment, doch dann kamen die Löwen mit Lukas Stutzke und Max Darj im Zentrum immer besser ins Spiel. Nachdem die Gastgeber schon 8:12 hinten gelegen hatten, spielten sich die Gäste immer wieder fest und gerieten ins passive Spiel. Die große Chance war da, das Spiel frühzeitig zu drehen. Ragnar Johannsson, Tomas Babak und Jeffrey Boomhouwer verkürzten auch auf 11:12, doch weitere Großchancen vergaben die Bergischen – inklusive drei Siebenmetern in dieser Phase. Insgesamt vergaben die Löwen gegen Carsten Lichtlein sogar vier Strafwürfe in der ersten Halbzeit. So gingen die Erlanger mit einem 13:11-Vorsprung in die Pause.

Darj verkürzte nach Wiederanpfiff unmittelbar auf 12:13 und zog dabei eine Strafzeit gegen Sime Ivic. Die allerdings verpuffte, weil Michael Haaß traf, und die Löwen in Überzahl keinen zwingenden Abschluss erarbeiten konnten. Quentin Minel traf zwar doppelt für Erlangen, aber die nächste Überzahl funktionierte aus BHC-Sicht deutlich besser. Zwei Mal bekamen die Hausherren die Kugel und durften ins leere Tor werfen. Kurz darauf beantwortete Yannick Fraatz Minels Treffer mit dem erneuten Anschluss zum 17:18.

Was fehlte, war der Ausgleich. Während einer Strafe gegen Lukas Stutzke ging der HCE wieder mit drei Treffern in Front. Linus Arnesson traf im Zeitspiel aus der zweiten Reihe, doch im Positionsangriff mussten sich die Hausherren sehr mühen, um zu brauchbaren Möglichkeiten zu kommen. Daher waren die Ballgewinne in der Abwehr essenziell, die Jeffrey Boomhouwer und Max Darj per Gegenstoß und zweiter Welle nutzten. Fraatz hingegen vergab einen Konter, doch das 21:21 fiel trotzdem. Tomas Babak versenkte und brachte die 2079 Zuschauer in der Klingenhalle zehn Minuten vor Schluss richtig in Wallung.

Und Kristian Nippes ließ die Stimmung überkochen. Der Kapitän zog einen Siebenmeter und ging – ob der Erfolglosigkeit seiner Mitspieler beim Strafwurf – selbst an die Linie. Er legte die Kugel zum 22:21 ins Netz. Aber das Momentum kippte erneut. Der Starke Minel glich aus, und nach einem Ballverlust kassierte Lukas Stutzke die rote Karte, weil er Christopher Bissel anrempelte. Wieder führten die Erlanger.

Würden sich die Löwen von diesem Rückschlag noch einmal erholen? Sie taten es. Alexander Weck traf aus der Distanz nach dem letzten Pass, Tomas Babak sah die Lücke und markierte das 24:24. Drei Minuten vor Schluss standen die Hausherren kurz vor der Veredelung eines großen Kampfes. Ein Schrittfehler gegen Linus Arnesson und ein vergebener Gegenstoß von Jeffrey Boomhouwer verhinderten aber die neuerliche Führung.

So brauchte es am Ende etwas mehr, um einen sensationellen Sieg unter Dach und Fach zu bringen. Christopher Rudeck parierte, und der BHC setzte im letzten Angriff erneut auf Alexander Weck. Mit allem, was er hat, solle er gehen, hatte Sebastian Hinze in seiner Auszeit acht Sekunden vor Schluss gesagt. Der 19-Jährige ließ sich nicht lange bitten. Er stieg aus neun – oder waren es zehn oder elf – Metern hoch und donnerte die Kugel ins Löwen-Glück. Ein unfassbares Ende.

Löwengebrüll – die Stimmen zum Spiel

Adalsteinn Eyjolfsson: “Glückwunsch an den BHC zu einem glücklichen Sieg. Wir waren über längere Strecken die bessere Mannschaft, haben gut gespielt und Lösungen gefunden gegen die 5:1-Deckung. Wir hatten ein bisschen Probleme mit dem Kreisläufer-Spiel des BHC, aber da hat uns Carsten Lichtlein auch am Leben gehalten. So konnte uns der BHC bei den Siebenmetern nicht bestrafen. Auch in der zweiten Halbzeit führen wir und haben mehrfach die Möglichkeit, auf drei, vier Tore wegzuziehen. Der BHC gibt nie auf, und wir bauen sie ein bisschen auf in Unterzahl, als sie zwei Mal ins leere Tore treffen. Da kommt Stimmung in die Bude. In den letzten vier, fünf Minuten war es eine Parade, ein bisschen Kaltschnäuzigkeit. Und leider muss man sagen, dass der BHC am Ende mehr Glück hat mit dem letzten Wurf. Glücklicher kann es nicht fallen. Wir sind enttäuscht. Die Leistung war über lange Zeit gut genug, um hier zu gewinnen.“

Sebastian Hinze: “Ich sehe es genauso wie Adalsteinn, dass wir eigentlich die ganze Zeit dem Spiel hinterherlaufen. Erlangen macht das das souverän und abgezockt, aber wir sind immer dran geblieben und haben den Abstand nicht zu groß werden lassen – trotz der vergebenen Chancen. Wir haben immer die Körpersprache behalten. In der 6:0- lösen wir das besser defensiv in der ersten Halbzeit als zu Beginn in der 5:1-Deckung. In der zweiten Halbzeit haben wir die gute Phase in Unterzahl, aber auch in der 5:1 mit Tomas die Phase, in der wir von drei relativ schnell auf ein Tor ankommen. Am Ende kommt es auf den letzten Wurf an. Wir haben zwar den Schrittfehler von Linus Arnesson und den vergebenen Ball von Jeffrey Boomhouwer, aber wir gehen ins Tempospiel. Das hat mir heute sehr gefallen. Wir wollen das Spiel wie der BHC gewinnen – mit Tempo und nicht mit Verwalten. Das ist zwei Mal schiefgegangen, so dass es wieder auf die letzte Aktion ankommt. Dann ist es natürlich glücklich, es freut mich aber trotzdem sehr.”

Jörg Föste: „Respekt an den HC Erlangen, der über weite Strecken eine abgeklärte Leistung abgeliefert hat und von absoluten Kleinigkeiten um die Punkte gebracht worden ist. Wir müssen aus unserer Sicht – unabhängig vom Ergebnis – sagen, dass wir eine Mannschaft haben, die uns in den letzten Jahren unheimlich viel Freude bereitet und so viel Herz bewiesen hat. Wir haben uns von den Rückschlägen vor dem Spieltag nicht zurückwerfen lassen. Sebastian hat die Mannschaft richtig heiß gemacht auf dieses Spiel, hat Freude auf diese Aufgabe entwickelt. Das hat die Mannschaft auf die Platte gebracht. Letztlich ist es wunderschön, dass ein Eigengewächs dann das letzte Tor macht. Wir sind rundum glücklich, auch wenn wir mit dem HC Erlangen mitfühlen können.”

Bergischer HC – HC Erlangen 25:24 (11:13)
Bergischer HC: Rudeck, Klaama – Boomhouwer (5/1), Damm (1), Gutbrod, Stutzke (1), Weck (3), Arnesson (3), Babak (4), Darj (5), Baena, Dell, Nippes (1/1), Johansson (1), Majdzinski, Fraatz (1). Trainer: Sebastian Hinze
HC Erlangen: Lichtlein, Katsigiannis – Sellin (4/1), Overby, Haaß (2), Kellner, Firnhaber (3), Ivic (3), Büdel, Bissel (1), Murawski, Schäffer (3), Metzner (1), Link, Minel (7), von Gruchalla. Trainer: Adalsteinn Eyjolfsson
Schiedsrichter: Thomas Kern und Thorsten Kuschel Siebenmeter: 2/6 – 1/1 Zeitstrafen: 3 – 5 (Damm (2), Stutzke – Firnhaber, ivic (2), Bissel, Link)

Spielverlauf: 3:2 (5.), 4:5 (10.), 6:8 (15.), 8:11 (20.), 9:12 (25.), 11:13 (30.), 14:16 (35.), 16:17 (40.), 18:20 (45.), 21:21 (50.), 22:23 (55.), 25:24 (60.)

sportstimme

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