Iserlohn: Torwartverpflichtung und Auswärtsschwäche sorgen für Frust bei den Fans Iserlohn: Torwartverpflichtung und Auswärtsschwäche sorgen für Frust bei den Fans
Iserlohn. (MK) Wer zu Wochenbeginn mal durch Iserlohns Einkaufsstraße, der „Wermingser“, geschlendert ist und den Menschen ein wenig zugehört hat, der... Iserlohn: Torwartverpflichtung und Auswärtsschwäche sorgen für Frust bei den Fans

Iserlohn. (MK) Wer zu Wochenbeginn mal durch Iserlohns Einkaufsstraße, der „Wermingser“, geschlendert ist und den Menschen ein wenig zugehört hat, der hat schnell bemerkt, dass die Iserlohn Roosters im Moment ein ganz besonderes Gesprächsthema bei den Iserlohnern sind.

Viele fragen sich, was im Moment beim Waldstadtklub los ist, weil sie die letzten Personalentscheidungen einfach nicht nachvollziehen können. Was war geschehen? Am letzten Donnerstag gaben die Roosters zunächst bekannt, dass sich Allrounder Denis Shevyrin aus sportlichen Gründen ab sofort dem Zweitligisten EC Bad Nauheim anschließt. Das mag man, zumindest teilweise, so nachvollziehen können. Wenn ein junger Spieler, der mit 23 Jahren auch am Scheideweg in seiner Karriere steht, lieber eine andere Position mit mehr Verantwortung spielen möchte, als es sein aktueller Trainer für ihn vorsieht, dann kann der nächste Karriereschritt auch eine Liga tiefer durchaus gelingen.

Keine 24 Stunden später sickerte dann durch, dass sich der finnische Goalie Niko Hovinen ab sofort als Rooster bezeichnen darf. Nach der Lizenzierung wurde der 30- jährige Finne im Kader der Sauerländer auf der offiziellen DEL-Homepage gelistet. Dadurch war klar, dass die Roosters neben Mathias Lange und Sebastian Dahm einen dritten Goalie unter Vertrag genommen haben müssen. Die offizielle Pressemitteilung zum Transfer erreichte die Redaktionen erst Stunden später, kurz vor Spielbeginn gegen Nürnberg. Darin wird Cheftrainer Rob Daum wie folgt zitiert: „Wir freuen uns auf Niko und seine Qualitäten, die er in die Mannschaft einbringen wird. Gleichzeitig sind wir deutlich tiefer besetzt, was uns gerade mit Blick auf die nach der Nationalmannschaftspause folgenden englischen Wochen stärker machen wird.“

Direkt nach dem mitreißenden Spiel gegen die Ice Tigers (6:3) rückte der Coach die Aussage etwas gerade. Er gehe nicht davon aus, dass man die Saison mit drei Goalies zu Ende bringen werde, erklärte er gegenüber der Heimatzeitung IKZ. Und zwei Tage später sprach Rob Daum im selben Blatt von einer nicht idealen Situation, an der sich täglich etwas ändern könne. War die Hovinen-Verpflichtung dann ein „Schnellschuss“? Offenbar nicht ganz. Schon vor knapp zwei Wochen hatte der Kanadier im Pressegespräch den schwachen Auftritt von Mathias Lange in Krefeld und die fehlende Konstanz von Sebastian Dahm, etwas überraschend, aus eigenem Antrieb zum Thema gemacht. Offenbar sah der Coach, trotz der Installation von Torwarttrainer Jay Chrapala, wenig Steigerungspotenzial beim Duo Lange /Dahm.

Mathias Lange – © by Eh.-Mag. (JB)

Die vom Coach angesprochene größere Tiefe im Kader ist zumindest aktuell nicht hilfreich, weil sie bei einem Einsatz von Hovinen gar nicht vorhanden ist. Bei der blamablen Niederlage in Schwenningen (5:3) feierte der neue Keeper Niko Hovinen ein solides Debüt. Er konnte die Niederlage aber nicht verhindern. Vor allem deshalb, weil er – wie seine beiden Mitbewerber um die Nummer eins – von seinen Vorderleuten im Stich gelassen wurde. Ein Urteil über Hovinens Leistungsvermögen wird man sicherlich erst in einigen Wochen nach der Länderspielpause fällen können. Für den transferkartenpflichtigen Finnen saß am Sonntag Jordan Smotherman als überzähliger Ausländer auf der Tribüne. Für ihn stürmte der jungen Julian Lautenschlager zwischen Jake Weidner und Alex Dmitriev.

Ob die Roosters momentan in einer „Transferfalle“ stecken, weil möglicherweise weitere Kaderveränderungen stocken oder eventuell sogar gescheitert sind, ist reine Spekulation. Mit Fakten belegbare Anhaltspunkte gibt es dafür aktuell wohl nicht. In den sozialen Netzwerken verschafften einige Fans nach dem peinlichen Auftritt in Schwenningen ihrem Frust erstmal Luft und kritisierten die Degradierung von Lange und Dahm, sowie den fehlenden Biss des Teams. Die eklatante Auswärtsschwäche mit nur zwei gewonnen Punkten aus sechs Partien tut ihr Übriges dazu.

Rob Daum möchte in dieser Woche die Trainingsleistungen seines neuen Goalies genau beobachten und dann kurz vor dem Derby gegen die DEG (Freitag, 19:30 Uhr) entscheiden, wem er das Vertrauen im Tor schenken wird. Davon hängt dann auch einmal mehr ab, welchen Feldspieler der Bannstrahl des Trainers auf die Tribüne befördern wird.

Interesse des EC Bad Nauheim an Mathias Lange?

Zumindest nicht ausgeschlossen ist, dass Mathias Lange oder Sebastian Dahm den Klub verlassen werden. Die häufig gut unterrichtete Wetterauer Zeitung bringt Mathias Lange mit Zweitligist EC Bad Nauheim lose in Verbindung. Das wäre durchaus naheliegend, da Langes Bruder Harry dort Assistenztrainer von Headcoach Christof Kreutzer ist. Der wiederum hat Mathias Lange in der vergangenen Saison in seiner Funktion als DEB-Scout auch einige Male live spielen gesehen. Am 10. November wird Mathias Lange definitiv in Bad Nauheim spielen. Dann findet nämlich das Abschiedsspiel für seinen Bruder Harry statt, in dem Mathias das Tor für das Team „Harry & Friends“ hüten wird. Mit dabei sind unter anderem auch die Ex-Iserlohner Dusan Frosch, Aaron Reckers und Daniel Huhn. Vielleicht finden der Goalie und der Klub aus der Wetterau ja dann in lockerer Atmosphäre zueinander?

Bei den Iserlohner Fans genießen Sebastian Dahm und Mathias Lange große Sympathien. Und obwohl am Freitag gegen Nürnberg Sebastian Dahm im Tor stand, feierten die sehr feinfühligen Anhänger nach dem Spiel Mathias Lange, der aktuell seine sechste Saison am Seilersee bestreitet.

Bis zur Deutschland-Cup Pause stehen für die Roosters noch vier Begegnungen auf dem Spielplan. Nach dem Derby gegen Düsseldorf am Freitag geht die Reise am Sonntag nach München. Freitags darauf kommt Tabellenführer Mannheim zum Seilersee. Das letzte Spiel vor der Pause findet in Nürnberg statt.

Seit Wochen versucht das Trainerteam Daum / Bartman der Mannschaft die Balance zwischen der zweifelsohne vorhandenen Offensivpower und mehr Stabilität in der Abwehr zu vermitteln. Bislang tritt das Team auf der Stelle, weil einem mitreißenden Heimspiel auch immer wieder eine Enttäuschung auf fremdem Eis folgt. Spätestens nach der Pause sollte die offenbar ohne echte Not herbeigeführte Situation im Tor gelöst sein und die Balance zwischen Offensive und Defensive gefunden sein. Ansonsten dürften nicht nur für die Spieler ungemütliche Zeiten anbrechen.

Fotos:
Mathias Lange – © by Eh.-Mag. (JB)

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