Winterberg. (PM) Der Heimweltcup im Skilift Karussell Winterberg bleibt für die deutschen Raceboarder ein gutes Pflaster.   Nachdem das erfolgreiche Speedteam Snowboard Germanys bereits... Weltcup-Titel-Drama in Winterberg: Baumeister rast als Zweiter zur Kristallkugel | Jörg verpasst als Zweite des Heimweltcups PSL-Trophäe um 20 Punkte | Wöhrer sagt Servus

PSL World Cup Winterberg – Podium PSL Weltcup-Endstand Herren: Andrey Sobolev (RUS), Stefan Baumeister, Dario Caviezel (SUI) © Oliver Kraus

Winterberg. (PM) Der Heimweltcup im Skilift Karussell Winterberg bleibt für die deutschen Raceboarder ein gutes Pflaster.

 

Nachdem das erfolgreiche Speedteam Snowboard Germanys bereits in den letzten Jahren zwei Siege feiern konnte, fuhren heute Stefan Baumeister und Selina Jörg im finalen Parallelslalom der Saison erneut auf das Podium. Und im Falle Baumeisters sogar zum Weltcup-Titel.
Dank des zweiten Platzes hinter Lukas Mathies (AUT) auf dem Poppenberghang „In der Büre“ überholte der 25-Jährige Bayer mit 2.020 Punkten noch auf der Zielgeraden den vor dem Rennen eigentlich komfortabel führenden Russen Andrey Sobolev, der aber als 14ter wertvolle Punkte im Kampf um die prestigeträchtige Trophäe der FIS verlor und sich am Schluss mit 30 Punkten Rückstand auf Baumeister mit Platz zwei im Disziplinen Weltcup (1.990) zufrieden geben musste, am Ende aber noch den Alpin Gesamt Weltcup (4.625) für sich entschied.
Ein Resultat, mit dem im Vorfeld niemand im Team gerechnet hatte, auch der zweimalige Bronzemedaillengewinner der vergangenen Weltmeisterschaft nicht: „Ich habe mir im Vorfeld natürlich ausgerechnet, wie meine Chancen stehen. Ich war vor dem Rennen Vierter, wusste, dass es durchaus möglich ist, aber dafür halt einfach viel zusammenkommen muss.“
Für Baumeister war deshalb ein Podestresultat Pflicht. Gleichzeitig musste der Athlet aus Feldkirchen-Westerham auf Ausrutscher der Konkurrenten hoffen: „Ich wusste, dass es sehr knapp wird und nicht wahrscheinlich ist. Umso glücklicher bin ich.“

Dank der formidablen Showdowns in Nordrhein-Westfalen krönte sich Baumeister nicht nur zum besten Parallelslalom-Fahrer der Saison. Zehn Jahre nach dem Coup von Amelie Kober ist Baumeister jetzt auch der erst sechste Deutsche, der einen Snowboard Weltcup-Titel gewinnen konnte: „Es ist unglaublich. Das ist einfach das größte, was man als Sportler erreichen kann. Das ist mehr wert als eine WM-Medaille, weil es zeigt, dass man über das ganze Jahr hinweg konstant gefahren ist.“
Eine ähnliche Krönung einer unglaublichen Saison hatte sich auch Selina Jörg erhofft, nachdem ihre beiden Hauptrivalinnen um den PSL Weltcup-Titel bereits im Achtelfinale ausgeschieden waren und so die Tür für die Allgäuerin weit aufgestoßen hatten. Allerdings hätte die amtierende PGS-Weltmeisterin gewinnen müssen, um wie Baumeister die kleine Kristallkugel in die Höhe stemmen zu dürfen.
Am Ende reichte es für Jörg im Finale gegen Patrizia Kummer (SUI) um eine Hundertstel nicht zum Triumph. Mit 2.000 Punkten fehlten letztlich gerade einmal 20 Punkte auf die Schweizerin Julie Zogg (2.220). „Ich habe mich noch nie so über einen zweiten Platz geärgert“, sagte die aus Sonthofen stammende Racerin nach dem Rennen. „Vor allem, weil es das zweite Mal so knapp ausgeht. Letztes Jahr haben nach meinem Sieg hier zehn Punkte gefehlt, dieses Jahr sind es 20 Punkte. Das ist nichts!“
Allerdings konnte die Olympiazweite von 2018 dem Saisonausgang auch Positives abgewinnen: „Ich bin natürlich super zufrieden mit dem zweiten Platz, aber das es um eine Hundertstel nicht gereicht hat, ärgert mich schon. Natürlich darf ich mich nicht beschweren, aber es wäre eben die Krönung gewesen.“
Wöhrer tritt zurück
Während Snowboard Germany in Winterberg trotz der knappen Niederlage Jörgs einen starken Abschluss einer erfolgreichen Saison feiern durfte – Cheyenne Loch war als Siebte ebenfalls noch in die Top-10 gefahren – verabschiedete sich mit Anke Wöhrer eine langjährige Teamkollegin von der großen Bühne des Weltcup-Zirkus.
Nachdem die 33-Jährige seit den Olympischen Spielen in Pyeongchang zunächst aufgrund ihrer Schwangerschaft und später nach der Geburt ihrer Tochter keine Rennen mehr bestritten hatte, beendete die Bayerin stilecht im Dirndl ihre herausragende Karriere.
14 Jahre nach ihrem Weltcup-Debüt in Winterberg, nach Olympia-Silber 2014, sechs Weltcup-Podestresultaten inklusive zweier Siege, schloss sich für Karstens mit Rang 36 im 96. Weltcup-Rennen der Kreis.
„Es war schön, alle noch einmal zu sehen, noch einmal vor so einer Kulisse zu fahren. Natürlich kämpft man mit der ein oder anderen Träne, wenn man weiß, dass es endgültig vorbei ist. Aber ich habe mich auch schon gut entwöhnt in den letzten Monaten“, so Wöhrer, die im April bei der Bundespolizei in Bad Endorf eine Stelle im administrativen Bereich antreten und parallel den B-Trainerschein machen wird.
Der Alpin Gesamt Weltcup-Titel der Damen ging an Ausnahmetalent Ester Ledecka (CZE).
Morgen steht in Winterberg mit dem letzten Team PSL das finale Rennen der FIS Weltcup-Tour auf dem Programm. Ab 14:15 Uhr treten vier deutsche Mixed an: Selina Jörg und Stefan Baumeister, Cheyenne Loch und Christian Hupfauer, Ramona Hofmeister und Elias Huber sowie Carolin Langenhorst und Ole-Mikkel Prantl.
Die ARD überträgt live.

 

 

 

 

PSL Weltcup-Ergebnis Winterberg

  • Platz zwei Selina Jörg (Bad Hindelang, SC Sonthofen, 31)
  • Platz sieben Cheyenne Loch (Schliersee, SC Schliersee, 24)
  • Platz 20 Carolin Langenhorst (Bischofswiesen, WSV Bischofswiesen, 23)
  • Platz 23 Ramona Hofmeister (Bischofswiesen, WSV Bischofswiesen, 22)
  • Platz 29 Melanie Hochreiter (Bischofswiesen, WSV Bischofswiesen, 22)
  • Platz 36 Anke Wöhrer (Bernau, SC Prien, 33)

 

  • Platz zwei Stefan Baumeister (Feldkirchen-Westerham, SC Aising-Pang, 25)
  • Platz 36 Elias Huber (Berchtesgaden, SC Schellenberg, 19)
  • Platz 40 Christian Hupfauer (Feldkirchen-Westerham, SC Aising-Pang, 25)
  • Platz 48 Yannik Angenend (Lengdorf, FC Lengdorf, 18)
  • DSQ Ole-Mikkel Prantl (Schönau, WSV Königssee, 18)

 

 

Team PSL World Cup Winterberg Team Snowboard Germany und die Winterberg Weltcup Volunteers © Oliver Kraus

Jörg und Baumeister zum Saisonabschluss Dritte im Team Parallelslalom von Winterberg

Selina Jörg und Stefan Baumeister haben die FIS Snowboard Weltcup-Saison 2018-2019 mit einem Platz auf dem Podium beendet. Beim finalen Team Parallelslalom wurde das beste deutsche Mixed in Winterberg Dritter hinter den österreichischen Seriensiegern Daniela Ulbing und Benjamin Karl sowie Patrizia Kummer und Dario Caviezel aus der Schweiz.
Mit dem erneuten Top-3-Ergebnis auf dem Poppenberghang schlossen die deutschen Snowboarder und Snowboarderinnen nicht nur den Heimweltcup erfolgreich ab, sondern auch einen Winter, der seinesgleichen sucht.
Seit 2015 stand jedes Jahr zumindest eine Athletin oder Athlet beim Weltcup-Finale in Nordrhein-Westfalen auf dem Treppchen. In der abgelaufenen Saison feierte das deutsche Raceboardteam nicht nur den Weltmeistertitel von Selina Jörg sowie die WM-Bronzemedaillen von Ramona Hofmeister und Stefan Baumeister, sondern auch 14 Weltcup-Podestresultate, darunter vier Siege durch Hofmeister (Secret Garden, Pyeongchang), Jörg (Rogla) und Baumeister (Bad Gastein).
Dementsprechend fiel das Fazit nach Ende des finalen Rennens aus. „Die Saison war unfassbar“, erklärte Selina Jörg. „Es ist mega, nochmal zum Saisonabschluss hier beim Heimweltcup aufs Podium zu fahren.“
Ähnlich sah es Teamkollege Stefan Baumeister: „Das ist ein sehr guter Abschluss. Zumal ein Podium mit einer Teamkollegin noch mal schöner ist.“
Dank des dritten Platzes kletterte das Duo sogar noch im Team Weltcup, den Ulbing/Karl mit drei Siegen in drei Rennen dominiert hatten, auf Platz sieben – auch wenn das Ranking nicht im Mittelpunkt gestanden hatte, wie Jörg zu verstehen gab: „Wir haben von Rennen zu Rennen geschaut, nachdem Ramona [Hofmeister, Anm.] in Bad Gastein den Vorzug bekommen hatte, mit Stefan zu fahren.“
Hofmeister selbst war heute gemeinsam mit Elias Huber unterwegs und platzierte sich nach fulminanten Läufen in den Pre- sowie Achtel-Finals letztlich gemeinsam mit dem Nachwuchsass als Achte in den Ergebnislisten.
Cheyenne Loch und Christian Hupfauer wurden Zwölfte, Carolin Langenhorst und Ole-Mikkel Prantl 17te.

sportstimme

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