Iserlohn Roosters moralischer Sieger gegen Mannheim – Ein Tor macht erneut den Unterschied Iserlohn Roosters moralischer Sieger gegen Mannheim – Ein Tor macht erneut den Unterschied
Iserlohn. (MK) “Ab dem zweiten Drittel haben wir uns mehr Chancen erarbeitet, aber Iserlohn hat clever gespielt und auf seine Konter gewartet”, fand Adlercoach... Iserlohn Roosters moralischer Sieger gegen Mannheim – Ein Tor macht erneut den Unterschied

Iserlohn. (MK) “Ab dem zweiten Drittel haben wir uns mehr Chancen erarbeitet, aber Iserlohn hat clever gespielt und auf seine Konter gewartet”, fand Adlercoach Pavel Gross nach dem 2:1 Sieg in Iserlohn auch lobende Worte für den stark dezimierten Gegner.

Die Iserlohn Roosters konnten wieder auf Travis Turnbull setzen. Dafür fehlte Verteidiger Daine Todd. In den letzten 15 Minuten des Schlussdrittels fiel dann mit Rückkehrer Turnbull ein weitere Spieler aus, wodurch die Sauerländer auf fünf Verteidiger umstellen mussten. Stürmer Marko Friedrich quälte sich mit Leistenproblemen ab dem ersten Drittel durch das Match. Vor diesem Hintergrund muss man den Hut vor den letzten „Aufrechten“ Iserlohnern ziehen. Mehr Personalnot geht fast nicht. Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es für das nächste Wochenende: Möglicherweise wird Daine Todd nicht, wie zunächst befürchtet, zwei bis drei Wochen ausfallen.

Vor 4.839 Zuschauern im Iserlohner “Hexenkessel” fanden die Adler zunächst nur schwer ins Spiel. Bergmann (2.) und Yeo (5.) stellten die Mannheimer Abwehr um Keeper Pickard gleich zu Beginn vor größere Herausforderungen. Bei den ersten Chancen der Kurpfälzer durch Kolarik (8.) und Katic (11.), mangelte es noch an der Feinjustierung. Die Schüsse von Ex-Adler Fischer während der Hinausstellung gegen Kapitän Kink (13.) verfehlten aber ebenso ihr Ziel. Einen sehenswerten Konter schlossen die aggressiver zu Werke gehenden Roosters dann aber doch in der 16. Minute erfolgreich zum 1:0 ab. Camaras kluges Zuspiel versenkte Friedrich ins linke Eck. Brenzlig wurde es in den Schlusssekunden noch einmal in Unterzahl (Strafe Krämmer), als Camara das Zuspiel von Matsumoto “volley” nicht verwerten konnte.

Ins zweite Drittel starteten die Adler mit deutlich mehr Tempo. Desjardsins bot sich schon nach wenigen Sekunden die “Doppelchance” zum Ausgleich. Und auch in Überzahl (22.) konnte Eisenschmid die Scheibe nicht über die Torlinie drücken. Weitere Chancen boten sich in der 25. Minute Kolarik und Wolf, dessen Bauerntrickversuch ebenso das Ziel nur um Zentimeter verpasste. Auf der Gegenseite war Keeper Pickard gegen Dmitrievs Rückhandschuss wachsam auf dem Posten. Eine kleine Bankstrafe und eine wenig später ausgesprochene Strafe gegen Mikkelson (Stockschlagen) sorgten für ein doppeltes Powerplay der Gastgeber. Iserlohn war hier aber zu ideenlos. Ein erstes Anzeichen von Schwäche der nur mit zehn Stürmern agierenden Roosters? Exakt 11,3 Sekunden vor der Pausensirene verwandelte Kolarik nach Pass von Huhtala einen Alleingang sehenswert zum verdienten 1:1.

Kurz nach Wiederbeginn war es erneut Kolarik mit der ersten Adler-Chance, der aber an Iserlohns Keeper Hovinen scheiterte. Iserlohns Bankstrafe war gerade abgelaufen, als Nationalverteidiger Akdag seinen verdeckten Schuss (45.) im Netz zum 1:2 für die Adler versenkte. Mannheim nun auf Kurs. Bei den Gastgebern schwanden im weiteren Verlauf sichtlich die Kräfte, aber es blieb bis in die Schlussphase hinein hochspannend.
Iserlohn versuchte noch einmal alles, nahm mit Wolfs Strafe schon nach 57:17 Minuten seine Auszeit und den Torhüter für einen sechsten Feldspieler vom Eis. Aber mit Glück und Geschick brachten die Mannheimer den 2:1 Sieg ins Ziel.

Mit nunmehr 81 Punkten ziehen die Adler derzeit fast schon einsam mit neun Punkten Vorsprung auf Meister München ihre Kreise an der DEL Tabellenspitze. Iserlohns Rückstand auf Platz zehn beträgt mittlerweile „fette“ 16 Punkte. Die Niederlage gegen die Kurpfälzer war die sechste Niederlage in Folge mit nur einem Tor Unterschied. Bitter!

© by Eh.-Mag. (JB)

Eine großartige Geste zeigten die Roosters auch abseits des Eises. Bezogen auf den an den Folgen seines Schlaganfalls leidenden Manager Karsten Mende trug der Staff ein T-Shirt mit dessen Portrait und dem Aufdruck „Immer dabei“. Mit dem gleichen T-Shirt kehrten nach dem Spiel auch die „Iserlohner Jungs“ Lean Bergmann, Dieter Orendorz und Marko Friedrich für einen kurzen Dank ans Publikum zurück. Gänsehaut pur!

Die Ultras der Roosters präsentierten vor dem Spiel ein Transparent mit den Worten „Gesundheit steht über allem – Kämpfen und siegen Karsten“. Noch vor einer Woche hatten die selben Fans, ohne Wissen über die Erkrankung, lautstark und mit einem Transparent untermauert Konsequenzen für den Manager gefordert.

Mit dem Spiel gegen die Adler ist auch die Intensivphase mit zehn Spielen innerhalb von 23 Tagen beendet. Trainer Jamie Bartman tendierte kurz nach dem Spiel dazu dem Team zwei freie Tage zu gönnen. Die Akkus müssen nun wieder aufgeladen und die Köpfe frei bekommen werden. Schon am nächsten Freitag geht es für Iserlohn mit dem Heimspiel gegen Augsburg weiter. Mannheim empfängt die kriselnden Eisbären aus Berlin.

Titelfoto: Anthony Camara mit letztem Einsatz – © by Sportstimme (JB)

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